Abo kündigen.
„Möchtest du stattdessen drei Monate 30 Prozent günstiger?“
Nein.
„Vielleicht pausieren?“
Nein.
„Bist du wirklich sicher?“
Ein Kündigungsprozess muss nicht gleichzeitig ein letztes Verkaufsgespräch sein.
Manche Apps brauche ich nicht zwölf Monate im Jahr.
Reiseplanung, bestimmte Sportfunktionen oder irgendein Spezialwerkzeug können zwei Monate sehr nützlich und danach lange irrelevant sein.
Für solche Produkte wäre ein ehrlicher Pausenmodus manchmal interessanter als die Wahl zwischen dauerhaft zahlen und komplett kündigen.
„Nur 4,99 Euro im Monat“ klingt ziemlich klein. Wenn darunter steht „59,88 Euro jährlich abgerechnet“, ist die eigentliche Kaufentscheidung trotzdem ein ganzes Jahr. Der Monatswert hilft beim Vergleichen; bezahlen muss man gelegentlich eine deutlich größere Zahl.
Mich stört bei manchen Abos weniger der Preis als das Paket. Ich brauche genau eine Premiumfunktion und bekomme dafür zusätzlich zwölf Dinge, die ich nie öffnen werde. Das kann wirtschaftlich sinnvoll für den Anbieter sein, fühlt sich als Nutzer aber ein bisschen an wie ein Fitnessstudio-Abo für einen einzigen Heimtrainer.
Family Premium für sechs Personen klingt pro Kopf unschlagbar. Wenn am Ende zwei Menschen den Dienst benutzen, bezahlt man allerdings hauptsächlich für vier sehr komfortable leere Plätze. Ein günstiger Stückpreis ist nur dann günstig, wenn die Stücke tatsächlich gebraucht werden.
Nicht jede Software braucht zwingend ein Lifetime-Modell. Laufende Server, Support und Weiterentwicklung kosten Geld. Bei einem einfachen Werkzeug fände ich die Wahl trotzdem angenehm: einmal kaufen oder laufend für zusätzliche Services zahlen. Zwei Geschäftsmodelle können nebeneinander existieren.
Abos sind nicht automatisch schlechter als Einmalkäufe. Wenn eine App jeden Monat eine andere kostenpflichtige Dienstleistung ersetzt oder regelmäßig neue Inhalte liefert, können zehn Euro sehr vernünftig sein. Interessant ist weniger „Abo ja oder nein“ als die Frage, was tatsächlich jeden Monat zurückkommt.
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